Hochbegabung - kleiner Abriss

Aktualisiert: 3. Sept 2019

Das öffentliche Interesse an hochbegabten Kindern nahm bereits vor einer Dekade rasant zu. Neben der Sensationslust und Vermarktung des "Phänomens Hochbegabung", wuchsen ebenso stetig die Angebote für Eltern und Pädagogen*innen, die aufklären und sensibilisieren sollten.  Aber was ist aus jenen Kindern geworden, die vor oder zu dieser Zeit nicht "entdeckt" wurden?

- Erwachsene.


Durch die mediale Präsenz des Themas wurde leider auch ein falsches Bild der Hochbegabung geprägt. Für TV-Formate galt es reißerische Geschichten, möglichst krumme Lebensläufe und aufwühlende Einzelschicksale zu finden.

Statt zu Sensibilisieren und "Hochbegabung in all ihren Facetten" der breiten Gesellschaft zugänglich zu machen, wurde ein verzerrter Eindruck hinterlassen. (Ging es zudem oft eher um Inselbegabungen und nicht um Hochbegabung).

Aber kommen wir zurück zu jenen unerkannten Hochbegabten, die nun erwachsen sind. 

Fühlte man nun einen Leidensdruck durch Andersartigkeit im Denken und Fühlen, bezogen viele es zunächst auf rein psychische Erkrankungen. Fehldiagnosen sind leider noch heute keine Seltenheit. So wird eine unerkannte Hochbegabung versucht durch AD(H)S, Asperger, Borderline und/oder Depressionen zu erklären.

An dieser Stelle soll jedoch auch erwähnt werden, dass es durchaus (und erhöht) möglich ist, durch den enormen Leidensdruck einer Hochbegabung ebenso an Depressionen, Bore-out oder anderen psychischen Erkrankungen zu leiden. Die Herangehensweise sollte nur eine andere sein. ​(Anmerkung: Ein Zusammenhang zwischen einer unerkannten Hochbegabung und der Ausbildung einer schweren Depression ist mittlerweile auch wissenschaftlich gut erforscht.)

Es gibt immer wieder Versuche Hochbegabte aufzugliedern:

  • Erwachsene, die ihre Stärken und Fähigkeiten (auch ohne Diagnostik) voll entfalten konnten. Sie führen ein erfülltes Leben und sind emotional stabil. (Achiever)

  • Erwachsene, die über ein außerordentliches Potenzial verfügen, aber "ihre Pferde nicht so richtig auf die Straße bekommen". Hinzukommt bei diesen sogenannten Underachievern oft ein mangelndes Selbstwertgefühl, kaum zielgerichtetes und unmotiviertes Leben.

  • Zur dritten Gruppe zählen verkannte Hochbegabte, deren Potenzial weitgehend ungenutzt bleibt. (Latente)

Bei einer noch feineren Unterscheidung, findet man in der Literatur

  • Höchstbegabte (laut der bekanntesten Definition gilt ein Mensch als höchstbegabt, wenn sein IQ-Wert über dem von 99,9 % der Bevölkerung liegt, also 145 oder mehr beträgt.)

  • aber auch unter Hochbegabten gibt es "sozial Entgleiste" (erfolgreiche, jedoch Kriminelle oder Soziopathen).